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Reisebericht: Madeira 2019

Im Januar 2019 habe ich mir überlegt, wo ich meinen Sommerurlaub verbringen möchte. Ich habe nach interessanten Reisezielen zum fotografieren gesucht. Nach einigem Gesuche bin auf die Insel Madeira gestoßen. Madeira ist eine kleine Vulkaninsel im Atlantischen Ozean, 951 km südwestlich von Lissabon und 737 km westlich der Afrikanischen Küste.

Politisch gehört Madeira zu Portugal und damit zur EU.

 

Am 09. Juli beginnt meine Reise am Hamburger Flughafen. Als erstes den Koffer am Schalter von TAP Portugal eingecheckt und dann ab durch die Sicherheitskontrolle. Der Hinflug erfolgt über einen Zwischenstop in Lissabon. Die Hauptstadt Portugals sieht beim Landeanflug von oben sehr schön aus. Ich habe einen Aufenthalt von knapp 3 Stunden, also genug Zeit, um zu Mittag zu essen - im Flieger gab es als Snack eine Art "Fischwrap", war nicht ganz mein Fall.

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung lande ich am Abend auf Madeira. Am Ausgang des Flughafens wartet der Fahrer auf mich, der mich zu meinem Hotel bringt. Der Fahrer ist sehr nett und wir haben uns gut unterhalten. Er hat mir einiges über die Insel erzählt und mir einige Tipps gegeben. Im Hotel angekommen falle ich erstmal k.o. ins Bett. Die Flugreise war anstrengender als ich dachte. Aber morgen geht der Urlaub erst richtig los.

Am nächsten Tag stehe ich rechtzeitig auf, mache mich fertig und gehe zum Frühstück. Nach dem Früstück packe ich meine Ausrüstung zusammen und gehe los. Ich habe mir über Sixt ein Auto gemietet und hole es an diesem Morgen ab.

Das Autofahren auf Madeira ist eine Sache für sich. Spannend war es hier auf der Autobahn. Höchstgeschwindigkeit ist 100km/h, wenn es regnet sogar nur 90km/h. Die Einwohner von Madeira fahren in erster Linie sehr entspannt. Selbst auf der Autobahn fahren sie gerne mal 10km/h unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Die Auf- und Abfahrten sind anders als in Deutschland. Sie sind sehr kurz. Während man in D erstmal die Geschwindigkeit auf der Auffahrt erhöht, muss man auf Madeira anhalten und gucken, ob die Fahrbahn frei ist. Und wenn man von der Autobahn abfährt, muss man noch auf der Autobahn rechtzeitig abbremsen. Daran muss man sich erstmal gewöhnen, aber das geht sehr schnell. Auf meinem Navi habe ich mir bereits einige Fotospots eingespeichert. Nachdem ich den Mietwagen abgeholt habe, bin ich einmal um die Insel gefahren. Am anderen Ende der Insel gibt es einen Leuchtturm mit einer tollen Aussicht. Den habe ich angepeilt.

Die Steilen Klippen am Ponta do Pargo Lighthouse sehen einfach fantastisch aus. Und das Meer: Ich habe das Meer noch nie so blau gesehen. Der Auslöser meiner Kamera kann sich nur schwer ausruhen. Ich genieße die Aussicht und schaue mich etwas in der Umgebung um.

 

Nachdem ich gefühlt jeden Winkel fotografiert habe, entschließe ich mich weiter zu fahren. Ich fahre die Westküste entlang in Richtung Porto Muniz und genieße dabei das endlose Panorama. Von einer Aussichtsplattform aus, genannt "Miraduro", kann man Porto Muniz bereits von oben betrachten.

Nach ein par Minuten beeindruckender Bilder fahre ich runter nach Porto Muniz. Ich parke den Wagen und gehe zu Fuß in die Statdt. Porto Muniz ist bekannt für seine Piscinas Naturais, eine Reihe von Natur-Seen aus Vulkangestein. Diese sind von Badegästen gut besucht.

Ich betrachte beeindruckend die Natur-Seen und schlendere weiter durch die Statdt. Zurürck am Auto fahre weiter über die Insel und langsam wieder zurück zum Hotel, um die Bilder des ersten Tages zu begutachten.

An dem Tag daruf plane ich eine Wanderung auf der Halbinsel Ponta de Sao Lourenco. Ich fahre extra früh los, in der Hoffnung nicht vielen Touristen zu begegnen. Und das hat sich gelohnt. Außer einer kleinen Familie bin ich der einzige am Parkplatz und starte die Wanderung. Die gegend ist von Anfang an beeindruckend. Auf einer kleinen Fläche sind ganz viele Steine aufeinander gestapelt.

Die Gegend ist sehr trocken und es sieht aus, als wäre man in einer anderen Welt. Den steinigen Wanderweg sollte man nicht unterschätzen. Der Weg geht teilweise sehr steil auf und ab. Aber man wird mit Tollen Aussichten und spektakulären Bildern belohnt.

Da ich früh dort bin, kommen mir auf dem Weg nur wenige Wanderer entgegen. Das ist gut, denn die Wege werden teilweise sehr eng, so dass man des öfteren warten muss, um andere vorbei zu lassen, wie ich auf dem Rückweg merke. Obwohl die Halbinsel sehr trocken und dürrisch aussieht, ist sie alles andere als Langweilig. Hinter jeder Gebirgsecke verbirgt sich ein fantastischer Ausblick.

Immer wieder halte ich an, genieße den Ausblick und mache das ein oder andere Foto.

Auf Madeira herscht ein starker Wind. Durch die anstrengende Wanderung und die Sonne, welche ungemein auf einen scheint, gibt der Wind eine angenehme Abkühlung.

Am Ende der Halbinsel steht ein kleines Haus mit vielen Sitzbänken. Einige Touristen sitzen dort schon, keuchend und schwitzend von dem Wanderweg. Ich mache es ihnen gleich und ruhe mich ein Weilchen aus. Ich nutze die Zeit etwas und schaue die bisherigen Bilder durch. "Man, ich freu mich schon auf die Auswahl der Fotos!", denke ich mir.

Langsam mache ich mich auf den Rückweg zum Auto. Auf dem Weg zurück kommen mir sehr viele Wanderer entgegen und wie oben erwähnt, macht man den entgegenkommen Leuten Platz und wartet. So kommt einem der Rückweg endlos vor.

Wieder zurück am Parkplatz, der als Startpunkt diente, erwartet mich eine Ansammlung an Touristen und Reisebussen mit noch mehr Touristen. Ich kaufe mir noch eine erfrischende Orangenlimo und fahre wieder Richtung Hotel.

 

 

Am Freitag findet mein persönliches Highlight dieser Reise statt: das Whale-Whatching. Über Lobosonda habe ich eine Tour mit der "Stenella", einem Schlauchboot gebucht. Ich melde mich an deren Stand in Calheta und schon bald kamen auch die anderen Gäste - alles Deutsche. Unser Guide weist uns in die Rettungswesten ein und gibt uns noch weitere Hinweise zur Sicherheit an Board. Und dann geht die Tour auch schon los.

Mit dem Schlauchboot fahren wir aus dem Hafen. Schon nach kurzer Zeit treffen wir auf eine Schule "Großer Tümmler". Als Schule bezeichnet man eine Gruppe von Tieren. Gleich mehere Delfine springen neben uns aus dem Wasser und präsentieren uns ihre "Kunststückchen". Man sieht den Tieren an, wie viel Spaß sie dabei haben.

Neben dem Guide und dem Kapitän des Bootes gibt es noch ein drittes Teammitglied: der Späher. Er hält von Land aus Ausschau nach Tieren.

Und dann kommt das Highlight der Tour. Der Kapitän bekommt vom Späher die Info, dass ein Pottwal in einiger Entfernung zu sehen ist. Er reagiert und zieht das Ruder rum und beschleunigt, was das Zeug hält. Wir fliegen nahezu über die Wellen und kommen immer wieder heftig auf das Wasser auf. Zwischendurch fliegt es mir die Streulichtblende von der Linse. Diese ist aber zum Glück ins Boot efallen und nicht ins Wasser.

Irgendwann entschleunigt der Kapitän und vor uns zeigt sich sich ein Pottwal. Einer meiner Träume hat hat sich damit erfüllt: ein Wal in freier Natur zu erleben. Der Anblick ist einfach atemberaubend. Es ist gerade einfach nur still. Ab und zu hört man den Pottwal Wasser aussprühen, aber sonst nur Stille. Eine Weile beobachten wir den Wal. Dank des flexiblen Schlauchbootes kommen wir relativ nah ran - sofern es der Pottwal natürlich auch zulässt.

Nach einiger Zeit taucht der Pottwal ab und zeigt uns dabei seine Fluke ( Schwanzflosse ). Auf der Rückfahr zum Hafen treffen wir noch auf eine unechte Karettschildkröte. Und kurz darauf auf noch eine.

Diese Fahrt war unvergesslich. Die Erfahrung ist einfach unbezahlbar. Eines der größten Lebewesen auf dieser Erde live in freier Natur zu sehen. Unglaublich!

Am Schluss der Reise gucke ich mir die Hauptstadt Funchal an. Funchal liegt an der Südwestküste Madeiras.

Vom Botanischen Garten aus hat man eine tolle Aussicht auf Funschal. Der Aufstieg zum Garten ist anstrengend. Sehr viele steile Straßen liegen auf dem Weg. Es gibt eine Seilbahn, die direkt bis zum Botanischen Garten fährt, aber ich entschließe mich den Weg rauf zu laufen und die Seilbahn wieder runter. Ich genieße die prächtigen Farben des Gartens und gleichzeitig auch diese tolle Aussicht auf die Statdt.

Auf dem Weg runter in die Stadt nehme ich die Seilbahn. Die untere Station iliegt direkt am Wasser und dort auch ein nettes Restaurante. Dort genieße ich ein Filet-Steak und mache eine Pause.

Ich laufe am Wasser entlang und komme am Hafen vorbei. An dem legen sogar große Kreuzfahrtschiffe an und es gibt hier sehr viele Yachten. Leider gehört keine davon mir. Ich besichtige weiter die Promenade und mache mich am Ende des Tages langsam wieder auf den Weg zum Hotel. Meine Reise neigt sich dem Ende zu und bin sehr zufrieden. Ich habe zwar nicht alles gesehen, aber ich werde wieder kommen und das nicht Gesehene nachholen.